Anders als gedacht

Wir feiern gerade das Wochenende der eigentlichen Ziele. Eigentlich, weil der Tag uns jeweils in eine andere Richtung geführt hat, als geplant.

Gestern Nachmittag zum Beispiel wollten wir eigentlich den Blick aus dem Tokyo Metropolitan Government Building genießen. Darauf hatten wir dann aber spontan keine Lust mehr, als wir die Schlange vor dieser kostenlosen Aussichtsgelegenheit gesehen haben. Gleich gegenüber liegt zum Glück Shinjuku Park mit einem großen Spielplatz, so dass eine Alternative schnell gefunden war, sehr zum Entzücken der Kinder. So sehr sogar, dass wir erst nach Sonnenuntergang den Heimweg antraten und damit noch die angestrahlten Zwillingstürme des Government Komplexes bestaunen konnten.

Tokyo Metropolitan Government Building

Oder vielleicht doch lieber Zoo?

Heute wollten wir dann eigentlich ins Tokyo National Museum of Nature and Science. Direkt neben dem Ueno Zoo gelegen, kannten wir den Weg schon und nahmen dieses Mal die Gelegenheit wahr, uns vorher noch die direkt um den Bahnhof gelegenen Einkaufsstraßen näher anzusehen. Neben zahlreichen Souvenirshops und Imbissläden reihen sich hier auch Marktstände mit vornehmlich Meerestieren aneinander. Ein wildes Gewusel aus Essen und Kitsch wartet auf Mengen an Touristen. Wieder etwas, das wir gerne uns mal kurz angeschaut haben, dann aber auch schnell wieder genug hatten. Auch die Aussicht auf die kühlen Räume des Museums war in der Mittagshitze sehr verlockend. Gekommen sind wir dann exakt bis zum Eingang. Dann ist der Buggy gekracht. Offenbar waren diverse Urlaube, Flüge und Ausflüge mit zwei Kindern letztlich zu viel für das gute Stück. Der Bube konnte sein Glück kaum fassen, so unversehens einfach auf dem Weg abgestellt zu werden, während sich seine ratlosen Eltern das Ausmaß der Zerstörung genauer ansehen mussten. Nix mehr zu machen, der war hin und wurde an Ort und Stelle entsorgt. Das Museum musste leider warten, ein freilaufender 1,5-Jähriger, der mit Vorliebe alles anfasst, beklettert oder probiert, wie es schmeckt, schien uns dann doch etwas zu gewagt. Also statt dessen doch nochmal eine kleine Zoorunde, den Jahreskarten sei Dank.

Danach war dann allerdings wirklich mal Schluss mit unserer Bereitschaft noch mehr Sonne und Hitze aufzunehmen. In meinem ganzen Leben habe ich noch nie so viel geschwitzt wie hier. Oder so oft geschwitzt sollte ich wohl sagen, genau genommen einfach immer, wenn ich mich nicht im Bereich einer Klimaanlage aufhalte. Die Temperaturen liegen hier bei um die 35 Grad am Tag und 26 in der Nacht, dazu kommt allerdings eine ordentliche Luftfeuchtigkeit. Das ist auch alles nicht so wild, keiner von uns hat eine größere Abneigung gegen Hitze und Sommer, aber an dieses Dauerschwitzen muss man sich schon gewöhnen. Die Japaner schimpfen hier allerdings selbst am meisten über das Wetter, entweder es ist im Moment tatsächlich ungewöhnlich heiß oder man meckert eben gerne über die Hitze, das ist in der Heimat ja auch nicht anders.

Sonntagsshopping

Nachdem die Kinder sich mit Benni schonmal ein bisschen Erholung in der Wohnung gönnen konnten, blieb für mich noch eine wichtige Aufgabe übrig: ein neuer Buggy musste her und zwar möglichst sofort. Das kann man ja in Deutschland an einem Sonntagabend mal versuchen. Hier hingegen musste ich zwar ein wenig Recherche betreiben, welcher Laden Buggys auch auf Lager hat und nicht erst bestellen muss, aber auch das war kein großes Problem. Ironischerweise musste ich erst nach Tokio kommen, um einen deutschen Buggy zu kaufen, aber gut, wir sind wieder mobil.

Neues Mitglied im Fuhrpark

So hatte das Wochenende an manchen Punkten andere Pläne mit uns als wir, aber insgesamt können wir uns nicht beschweren.

Die Woche über habe ich mit Bube und Dame gewohnte und neue Plätze erkundet, zu unseren lieb gewonnenen Plätzen gehört bei der Hitze auch immer wieder der Digital Art Garden mit seinen dampfenden Installationen. Mit einem Smoothie bewaffnet, lässt es sich hier schön staunen und Pause machen.

 

Päuschen am Midtown Komplex

Pause machen durfte ich am Samstag morgen auch mal. Ganz alleine. Maniküre in Ginza – so viel Zeit muss sein. Herrlich. Und morgen gibt es noch ein bisschen mehr Erholung für uns alle, es ist nämlich Mountain Day, ein nationaler Feiertag, der die Möglichkeit schaffen soll, sich mit den Bergen vertraut zu machen und sie zu wertschätzen. Ich glaube zwar nicht, dass wir uns morgen sonderlich mit Bergen beschäftigen werden, aber den Tag wertschätzen werden wir in jedem Fall. Genau genommen ist sogar heute Mountain Day, aber wenn in Japan ein Feiertag auf einen Sonntag fällt, ist der darauffolgenden Werktag ersatzweise frei. Eine wie ich finde sehr nachahmenswerte Praxis.

 

 

 

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