Staunen und lenken

Mountain Day und neuem Buggy sei Dank, haben wir es im zweiten Anlauf tatsächlich auch INS Nature and Science Museum geschafft. Auf dem Weg dahin hat der Bube schonmal die Schlaftauglichkeit des neuen Gefährts getestet – geht scheinbar ganz hervorragend.

Aufgrund des enormen Andrangs im Museum, haben wir es für dieses Mal beim Besuch zweier Abteilungen belassen. Das ist das Schöne an unserem Aufenthaltsstatus: wir können einfach nochmal kommen und müssen nicht in kürzester Zeit mitnehmen, was geht. Für ein besseres Verständnis der Exponate und Filme, fehlte uns insgesamt oft die englische Beschriftung, aber das geht einem Touristen in Deutschland oft sicher sehr ähnlich. Immerhin haben wir die Kinder mal Museumsluft schnuppern lassen, nachdem wir uns das Schlossmuseum in Marburg ja noch verkniffen haben. Vermutlich eignen sich Tiere, Skelette, Flugzeuge etc. auch besser zum Einstieg. Es wurde jedenfalls gestaunt, gefragt, angefasst – hier muss noch an den Grundregeln eines Museumsbesuchs gearbeitet werden – und gekämpft. Letzteres um die besten Plätze an diversen Monitoren.

Wie schon vermutet, ist uns dann tatsächlich kein Berg begegnet, um dem Feiertag die verdiente Ehre zu erweisen. Der nächste Feiertag ist der Tag zur Ehrung der Alten im September, mal sehen, ob uns das besser gelingt.

Frisur mit PS

Nachdem ich mir am Samstag schon die Nägel habe machen lassen und damit schonmal einen Haken hinter „Neues Nagelstudio meines Vertrauens finden“ setzen konnte, gingen wir heute einen weiteren Punkt auf der Liste an: „Neuen Friseur für den Buben finden“. Ich bin ja immer sehr beeindruckt, wenn Eltern ihren Kindern die Haare selbst schneiden können. Und ich habe da auch schon echt super Ergebnisse gesehen. Ich lasse allerdings selbst lieber die Finger und Scheren von Bubes Frisur. Ich bin seit meiner Jahre mit roten, pinken oder schwarzen Haare echt gut im Haarefärben, aber Schneiden, nein danke. Er kann dann zu mir kommen, wenn er gerne blaue Haare hätte.

Also Friseur auftreiben. Tokio wäre nicht Tokio, wenn nicht auch hier eine Besonderheit aufzutreiben wäre. Mit Zusso Kids haben wir nicht nur einen Friseur gefunden sondern gleich einen Unterhaltungsprogrammpunkt für beide Kinder. Hier warten keine einfachen Stühle auf die kleinen Kunden sondern man nimmt in Autos Platz, die jeweils vor den Spiegeln aufgebaut sind. Der Bube hat sich zielstrebig einen Mercedes ausgesucht und erstmal wild ins Lenkrad gegriffen. Dazu gab es noch einen Mickey Mouse Film, der praktischerweise gleich beide Kinder in seinen Bann gezogen hat. Voilá, Haarschnitt gelungen.

Eventhaarschnitt

Demnächst muss ich dann noch einen Friseur für mich finden. Ich fürchte, auf die Autos werde ich dann wohl leider verzichten müssen.

 

Anders als gedacht

Wir feiern gerade das Wochenende der eigentlichen Ziele. Eigentlich, weil der Tag uns jeweils in eine andere Richtung geführt hat, als geplant.

Gestern Nachmittag zum Beispiel wollten wir eigentlich den Blick aus dem Tokyo Metropolitan Government Building genießen. Darauf hatten wir dann aber spontan keine Lust mehr, als wir die Schlange vor dieser kostenlosen Aussichtsgelegenheit gesehen haben. Gleich gegenüber liegt zum Glück Shinjuku Park mit einem großen Spielplatz, so dass eine Alternative schnell gefunden war, sehr zum Entzücken der Kinder. So sehr sogar, dass wir erst nach Sonnenuntergang den Heimweg antraten und damit noch die angestrahlten Zwillingstürme des Government Komplexes bestaunen konnten.

Tokyo Metropolitan Government Building

Oder vielleicht doch lieber Zoo?

Heute wollten wir dann eigentlich ins Tokyo National Museum of Nature and Science. Direkt neben dem Ueno Zoo gelegen, kannten wir den Weg schon und nahmen dieses Mal die Gelegenheit wahr, uns vorher noch die direkt um den Bahnhof gelegenen Einkaufsstraßen näher anzusehen. Neben zahlreichen Souvenirshops und Imbissläden reihen sich hier auch Marktstände mit vornehmlich Meerestieren aneinander. Ein wildes Gewusel aus Essen und Kitsch wartet auf Mengen an Touristen. Wieder etwas, das wir gerne uns mal kurz angeschaut haben, dann aber auch schnell wieder genug hatten. Auch die Aussicht auf die kühlen Räume des Museums war in der Mittagshitze sehr verlockend. Gekommen sind wir dann exakt bis zum Eingang. Dann ist der Buggy gekracht. Offenbar waren diverse Urlaube, Flüge und Ausflüge mit zwei Kindern letztlich zu viel für das gute Stück. Der Bube konnte sein Glück kaum fassen, so unversehens einfach auf dem Weg abgestellt zu werden, während sich seine ratlosen Eltern das Ausmaß der Zerstörung genauer ansehen mussten. Nix mehr zu machen, der war hin und wurde an Ort und Stelle entsorgt. Das Museum musste leider warten, ein freilaufender 1,5-Jähriger, der mit Vorliebe alles anfasst, beklettert oder probiert, wie es schmeckt, schien uns dann doch etwas zu gewagt. Also statt dessen doch nochmal eine kleine Zoorunde, den Jahreskarten sei Dank.

Danach war dann allerdings wirklich mal Schluss mit unserer Bereitschaft noch mehr Sonne und Hitze aufzunehmen. In meinem ganzen Leben habe ich noch nie so viel geschwitzt wie hier. Oder so oft geschwitzt sollte ich wohl sagen, genau genommen einfach immer, wenn ich mich nicht im Bereich einer Klimaanlage aufhalte. Die Temperaturen liegen hier bei um die 35 Grad am Tag und 26 in der Nacht, dazu kommt allerdings eine ordentliche Luftfeuchtigkeit. Das ist auch alles nicht so wild, keiner von uns hat eine größere Abneigung gegen Hitze und Sommer, aber an dieses Dauerschwitzen muss man sich schon gewöhnen. Die Japaner schimpfen hier allerdings selbst am meisten über das Wetter, entweder es ist im Moment tatsächlich ungewöhnlich heiß oder man meckert eben gerne über die Hitze, das ist in der Heimat ja auch nicht anders.

Sonntagsshopping

Nachdem die Kinder sich mit Benni schonmal ein bisschen Erholung in der Wohnung gönnen konnten, blieb für mich noch eine wichtige Aufgabe übrig: ein neuer Buggy musste her und zwar möglichst sofort. Das kann man ja in Deutschland an einem Sonntagabend mal versuchen. Hier hingegen musste ich zwar ein wenig Recherche betreiben, welcher Laden Buggys auch auf Lager hat und nicht erst bestellen muss, aber auch das war kein großes Problem. Ironischerweise musste ich erst nach Tokio kommen, um einen deutschen Buggy zu kaufen, aber gut, wir sind wieder mobil.

Neues Mitglied im Fuhrpark

So hatte das Wochenende an manchen Punkten andere Pläne mit uns als wir, aber insgesamt können wir uns nicht beschweren.

Die Woche über habe ich mit Bube und Dame gewohnte und neue Plätze erkundet, zu unseren lieb gewonnenen Plätzen gehört bei der Hitze auch immer wieder der Digital Art Garden mit seinen dampfenden Installationen. Mit einem Smoothie bewaffnet, lässt es sich hier schön staunen und Pause machen.

 

Päuschen am Midtown Komplex

Pause machen durfte ich am Samstag morgen auch mal. Ganz alleine. Maniküre in Ginza – so viel Zeit muss sein. Herrlich. Und morgen gibt es noch ein bisschen mehr Erholung für uns alle, es ist nämlich Mountain Day, ein nationaler Feiertag, der die Möglichkeit schaffen soll, sich mit den Bergen vertraut zu machen und sie zu wertschätzen. Ich glaube zwar nicht, dass wir uns morgen sonderlich mit Bergen beschäftigen werden, aber den Tag wertschätzen werden wir in jedem Fall. Genau genommen ist sogar heute Mountain Day, aber wenn in Japan ein Feiertag auf einen Sonntag fällt, ist der darauffolgenden Werktag ersatzweise frei. Eine wie ich finde sehr nachahmenswerte Praxis.

 

 

 

Himmelszirkus und Fischkunst

Um so richtig das Gefühl einer wahnsinnig vollen Großstadt zu erleben, gibt es in Tokio mehrere Möglichkeiten: 1. Man fahre im Berufsverkehr mit der U-Bahn – eine Erfahrung, um die ich mich bisher weitgehend drücken konnte. 2. Man hänge am Wochenende rund um Shibuyas Kreuzung ab – erledigt. 3. Man gehe am Wochenende in Ginza shoppen. Das haben wir am Samstag vollbracht. Kein Vergleich zu meinem Erlebnis vom letzten Montag. Scharen an Tokiotern und Touristen schieben die Einkaufsstraßen mit allen namhaften Marken entlang. Das Besondere am Wochenende: die größte Straße wird für den Verkehr gesperrt, so dass man ungehindert auch mitten darauf flanieren kann. Hat was. Muss man aber nicht lange machen. Außerdem treibt einen die Hitze bald auch wieder in irgendein klimaanlagengekühltes Schlupfloch.

Hereinspaziert!

Nun haben wir ja auf dem Sky Deck, dem Tokyo Tower, dem Riesenrad oder – ein paar Stockwerke tiefer, aber für uns immer noch hoch – in unserer neuen Wohnung schon ein paar Blicke von weiter oben auf Tokio riskiert. Da aber die ganze Stadt einfach voll ist von hohen Gebäuden und Gebilden, kann man damit einfach immer weiter machen. Haben wir mit dem Sky Circus auch gemacht. Dieser liegt in Ikebukuro, einem Viertel, das zumindest meiner ehemaligen Vorstellung, wie es wohl auf Tokios Straßen aussehen mag, ziemlich nahe kommt. Hier reihen sich Spielhallen, Manga- und Animeläden aneinander, es ist bunt und etwas durch. Mittendrin steht Sunshine 60, der Wolkenkratzer, der auf seinem obersten, also – Überraschung – 60. Stockwerk den Sky Circus beheimatet. Hierüber hatten wir schon gelesen, dass es zwar nicht der höchste Aussichtspunkt Tokios ist, aber durch seine einzelnen Erlebnisstationen gerade mit Kindern sehr lohnenswert sei. Das war nicht untertrieben, der Zirkus hat sich sowas von gelohnt. Neben der gigantischen Aussicht aus den zahlreichen, zum Teil bodentiefen Fenstern, gab es noch eine Menge an Sinneseindrücken, die vor allem die Kinder voll in ihren Bann zogen. Es wurde auf im Boden eingelassenen Projektionsflächen rumgesprungen, in einem voll mit Animationen bespielten Tunnel getanzt, sich an Regenschirmgriffen festgehalten, die fühlen ließen, wie es wohl sein mag, wenn es Frösche regnet, durch diverse Gucklöcher geschaut und vor einer Gewitterwolke Reißaus genommen. Es hat Spaß gemacht, eine Menge Spaß!

Sonntag zieht es uns scheinbar gerne ins Tierreich. So auch diese Woche, allerdings etwas anders als bisher. Wir haben uns Hidemoto Kimuras aktuelle Kunstausstellung angesehen, die nach über einem Jahrzehnt das große Finale seiner Serie in der Nihonbashi Mitsui Hall darstellt. Kimuras Werke sind allerdings keine Bilder, Fotos oder Skulpturen sondern…Fische. Für diese letzte Show seines Art Aquariums „Edo: Coolness of KINGYO“ ganz konkret Goldfische (eben Kingyo). Über 10.000 Exemplare davon werden in bunt beleuchteten Aquarien in den seltsamsten Formen bei ruhiger Trance-Musik ausgestellt. Ich hatte keine Ahnung,  was für eine Vielzahl an Goldfischarten es gibt und ich habe immer noch ein kleines bis mittelgroßes Fragezeichen im Kopf, was ich nun letztlich von den schuppigen Kunstobjekten halten soll.

Wiedersehen

Wo wir schon bei bizarren Tierbegegnungen sind, in den Roppongi-Hills habe ich eine alte Bekannte wieder getroffen: Maman. Wer mich kennt, weiß, wie mein Verhältnis zu Spinnen ist. Dementsprechend groß war meine Freude 2011 in Ottawa, als ich unerwartet vor der über neun Meter hohen Spinne aus Bronze von Louise Bourgeois stand, die zu allem Überfluss auch noch einen riesigen Eiersack besitzt, gut gefüllt mit riesigen Spinneneiern. Ich kann mich erinnern, damals auch nachgelesen zu haben, dass es noch weitere Güsse des Originals aus dem Tate Modern in London weltweit gibt. Nicht gemerkt habe ich mir, dass ein weiterer Ausstellungsort Tokio ist. Hachja, beim zweiten Mal ist es schon nicht mehr so erschreckend, es war fast ein bisschen Wiedersehensfreude dabei. Mit Maman ehrte die Künstlerin übrigens ihre Mutter, die als Restauratorin von Textilien wie eine Spinne Gewebe erneuerte. Ich hoffe inständig, meinen Kindern fällt etwas anderes ein, sollten sie jemals den Drang verspüren, mir ein Denkmal zu setzen.

Maman

A propos Kinder: Wir haben heute das Mamachari richtig eingeweiht, also in voller Besetzung, diesmal mit dem Buben.

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Honshiba Park

Honshiba Park liegt nicht nur in der Nähe unseres zukünftigen Wohnortes, er hat auch noch einen Spielplatz zu bieten und war mit seinen knapp drei Kilometern Entfernung von Roppongi ein gutes Einstiegsziel für unsere Fahrradaktivitäten. Fand ich und wagte mich todesmutig in den Verkehr auf Tokios Straßen. Ich habe es hierbei einfach den übrigen Radfahrern nachgemacht und je nach Laune und Verkehrssituation entweder die Straße oder den Gehweg benutzt. Das hat erstaunlich gut geklappt, auch wenn ich mich an den Linksverkehr noch ein wenig gewöhnen muss, aber das ist bei weitem nicht so ungewohnt wie gedacht. So konnten wir also einen neuen Spielplatz in unsere Liste aufnehmen und haben schonmal den neuen Dunstkreis abgecheckt. Direkt an der Tamachi-Station gelegen, kommen hier auch kleine Zugfans voll auf ihre Kosten. Der Bube brauchte jedenfalls ein paar Züge, um den Mund wieder zuzubekommen.

Nach 20 Minuten für eine Strecke kann übrigens festgehalten werden: mit den Rad wohnen wir tatsächlich nicht wirklich weit draußen. All good.

Tamachi-Station

 

 

Stadtsommer

So langsam kommt Routine in unseren Alltag zu dritt. Die kleine Dame, der Bube und ich kennen unseren Hood jetzt einigermaßen und wissen, wo wir spielen, einkaufen, shoppen oder uns in den öffentlichen Nahverkehr stürzen können. So kommt es in Woche 3 dann auch durchaus mal zu Wiederholungstaten.

Dienstag waren wir zum Beispiel mal wieder im Robot Park. Praktisch auch deshalb, weil es an den Roppongi Hills mit zahlreichen Geschäften liegt, wo ich nach Sandalen für den Buben schauen wollte, die ich letzte Woche schon gesehen hatte. Nachdem beide Kinder hier Tag für Tag die gleichen Schuhe tragen müssen, brauchen diese bei derartiger Dauerbelastung mal eine Gelegenheit auszulüften. Frühaufsteher, also auch Eltern mit Kleinkindern, kommen hier allerdings erstmal nicht weit. Die meisten Läden öffnen zwischen 10.00 Uhr und 11.00 Uhr. Der mit den Schuhen leider erst um 11. Also erst zum Robot Park und dann shoppen. Mittlerweile wird es in Tokyo immer sonniger und wärmer, so dass wir aufpassen müssen, nicht zu lange draußen zu bleiben. Nach einer Runde Spielen erreichte ich mit zwei verschwitzten Kindern mit roten Gesichtern den Laden. Schuhe nicht in der richtigen Größe da. Hmpf. Also erstmal heim, Pause gemacht, runtergekühlt.

Kühler Hase

Nachmittags wurden wir dann doch noch fündig. Im Tokyo Midtown Komplex bei uns um die Ecke hat sich die kleine Dame in ein Paar Sandalen verliebt, die es auch in der richtigen Größe gab. Der Bube muss noch etwas warten. Dazu haben wir noch einen neuen Artikel in unser stets mitgeführtes Arsenal aufgenommen: den Hand-Ventilator!!! Man stelle sich umgehend einen Tusch vor und verkneife sich jedes Grinsen. Jawohl, ein kleiner Ventilator zum Mitnehmen. Und Hasenohren plus eine Schnur zum Umhängen hat er auch. Ist mir auch völlig egal, wie das aussieht, bei 35 Grad und einer gefühlten Luftfeuchtigkeit wie im Dampfbad ist das kleine Ding ein willkommener Helfer. Zugegebenermaßen habe ich die ersten zehn Leute, die ich damit gesehen habe, auch noch belächelt, die nächsten zehn schon nicht mehr so sehr, danach kamen dann langsam die Zweifel und ein Gefühl von „Will auch!“. Will ich auch immer noch, aber der Hase ist entweder fest in den Händen der kleinen Dame oder genauso fest im Mund des Buben (die Hasenohren). Beide wissen den erfrischenden Luftzug sehr zu schätzen.

Mittwoch war Bennis Geburtstag, auf den wir schon konspirativ hingearbeitet hatten. Unser Trip nach Ginza hatte uns in ein Geschäft geführt, das Namen auf Kanji, also in japanischen Schriftzeichen, in ein Stück Holz schnitzt. Das kleine Holzschild ist in Art eines Senjafudas gemacht, ein Schild, wie es an buddhistische Tempel angebracht wird. Ein typisches Mitbringsel für Touristen, aber sehr schön gemacht. Jetzt wollten wir für das Japan-Beginner-Set noch eine Maneki-neko, besser bekannt als Winkekatze. Einer der Legenden nach rettete die Katze Tama einem Fürsten das Leben, indem sie ihm zuwinkte, als der sich während eines Gewitters unter einem Baum unterstellte. Durch das einladende Winken lief der Fürst auf die Katze zu und entging so dem Blitz, der in den Baum einschlug. Eine Winkekatze aufzutreiben,ist in Tokio nicht besonders schwierig, fehlte nur noch ein Geburtstagskuchen. Den hatte die kleine Dame am Vortag beim Bäcker ausgesucht und er wurde dort umgehend mit einem „Happy Birthday Benjamin“ beschriftet.

Zur Feier des Tages verbrachten wir den Nachmittag zu viert im Yoyogi-Park, genauer im nord-östlichen Teil, um den Meiji-Schrein. Die Nähe zum Schrein macht den Park allerdings eher zu einem schönen Wald mit geradlinigen Hauptwegen. Essen, trinken, joggen, Grünflächen betreten – alles nicht erlaubt. Dafür war es schön, mal wieder viel Grün um uns herum zu haben und die Kinder einfach laufen lassen zu können.

 

Gewusst wie

So heiß der Sommer hier ist und so voll die Stadt auch ist, die Tokioter wissen Orte der Entspannung und Abkühlung zu schaffen. Auf unserem Heimweg durch die Grünanlagen um Tokyo Midtown kamen wir an einem Wasserkanal mit kleinen Stegen vorbei, auf denen die Menschen reihenweise saßen und ihre Füße ins Wasser streckten, über ihnen weiße Sonnensegel. Dahinter folgte eine Ansammlung von Tatami-Pavillons zum Ausruhen, eine Garden Lounge mit wunderschönen Lampions und der Digital Art Garden, einer geradezu magischen Installation mit Wasserdampf und Licht.

An dieser Stelle ist der zweite Tusch des Tages fällig: mein Mamachari ist da!!! Heute konnten wir mein heiß ersehntes, schwarzes zukünftiges Lieblingstransportmittel in Empfang nehmen und einweihen. Alles dran, was ich mir vom Fahrradmann meines Vertrauens gewünscht hatte, inklusive Handyhalterung für die Navigation durch die Großstadt. Geht doch auch mit einem wilden Mix aus Englisch und Japanisch und viel gutem Willen. Für meine sehr japanuntypische Größe haben wir beim Anpassen alles aus dem Rad rausgeholt, was möglich war. Sagen wir es mal so: ich habe schon weitaus bequemer auf Rädern gesessen, aber da hatte ich auch noch keine Kinder vorne und hinten zu kutschieren. So werde ich mich an die ungraziöse Fahrweise mit leicht ausgestellten Knien eben einfach gewöhnen müssen. Egal, wir sind endlich ein gutes Stück mobiler und die erste Fahrt zurück ins Apartment, die ich alleine mit der kleinen Dame wagte, tönte es ununterbrochen Begeisterungsrufe vom Rücksitz. Guter Start.

Mein Mamachari

 

Wochenende von oben

Es mag ja vieles anders sein in Tokio, aber fest steht, das Wochenende ist hier genauso schnell wieder vorbei wie zu Hause auch. Schwupp, Montag. Oder sogar Montagabend, um ganz präzise zu sein.

Wie schon erhofft, konnten wir Bennis zwei freien Tage wieder mit waschechten Touri-Unternehmungen füllen. Es hat durchaus seinen Charme die Rollen wechseln zu können, wie es beliebt. Vom Resident-Frischling zum schon recht bewanderten Touristen. 

Gestreifter Turm

Am Samstag ging es zum bisher nur aus der Ferne bestaunten und fotografierten Tokyo-Tower. Der markant rot-weiß gestreifte, 1958 fertig gestellte, 333m hohe Funk- und Fernsehturm wurde nach dem Vorbild des Eiffelturms erbaut und hat Aussichtsplattformen auf 150 und 250 Metern. Um beide zu besichtigen, muss man auch an moderat besuchten Tagen etwas Geduld mitbringen, da man in kleinen Grüppchen etappenweise von Aufzug zu Aufzug hinauf und hinab geleitet wird. Bekannterweise bringen Kleinkinder ja so viel Geduld mit wie…naja, halt Kleinkinder. Für uns war es also stellenweise eine Gratwanderung Bube, Dame und uns selbst bei Laune zu halten, aber es hat sich gelohnt. Ein wirklich beeindruckender Rundum-Blick erwartete uns vor allem auf 250 Metern Höhe. Sogar das Gebäude, in dem wir zukünftig wohnen werden, haben wir gefunden. Und etwas weiter entfernt, ein Riesenrad, das wir am nächsten Tag durch Zufall wieder entdecken sollten.

Sonntag zog es uns ins süd-östlich vom Zentrum etwas außerhalb gelegene Edogawa.  Hier war der Tokyo Sea Life Park das erwählte Ziel. Hierzu hieß es allerdings wieder eine Weile U-Bahn fahren und die damit verbundene Logistik stemmen. Der Bube wurde dafür in die eigens angeschaffte Rückentrage verfrachtet, um ihn die langen Gänge, Rolltreppen und Treppen der U-Bahnhöfe besser tragen zu können (Benni) und gleichzeitig die kleine Dame im Blick behalten sowie Gepäck und zusammengefalteten Buggy schleppen zu können (ich). So ausgerüstet und zu zweit noch ganz gut machbar.

Das Aquarium würde ich mal als „geht so“ einstufen, vielleicht bin ich aber auch nicht Fisch-Fan genug. Bube und Dame hingegen staunten, zeigten und jauchzten. Letztere freute sich besonders über das Wiedersehen mit Nemo, eine Szene, die sich seit 2003 wohl weltweit in Aquarien wieder und wieder abspielt.

Riesig

Vor dem Aquarium wartete dann unser erspähtes Riesenrad von gestern wieder auf uns. Diesmal aber ganz aus der Nähe und ich muss zugeben, ich war nachhaltig beeindruckt. Ok, ich bin bisher nicht wirklich ein Riesenrad-Tourist gewesen, weswegen zum Beispiel das London Eye nicht mit auf meiner Liste stand, als ich in London war. Deswegen kann ich mit Fug und Recht behaupten: ich habe noch nie ein so riesiges Riesenrad gesehen. Musste gefahren werden. Da der Bube zu der Zeit aber beschlossen hatte, dass die Welt ihn jetzt – wo es keine Tiere mehr zu sehen gab – getrost mal gern haben konnte und in seinen Mittagsschlaf auscheckte, fuhren erstmal Benni und die kleine Dame, die ich im Anschluss mit dem Versprechen, dass sie danach ein danebenliegendes ödes kleines Wasserkarussell mit Pinguin-Booten fahren durfte, dazu überreden konnte mit mir noch eine Runde zu drehen. ECHT hoch kommen einem so 115 Meter vor, wenn man in einer kleiner Gondel sitzt.

Das mit der Pinguin-Bootsfahrt sollte ich übrigens noch bereuen. Am Ticketschalter gefragt, wie alt die kleine Dame sei, antwortete ich wahrheitsgemäß mit vier. Hätte ich bloß sechs gesagt, merkt hier eh keiner ob der Größe des Kindes. Mit sechs hätte sie nämlich erst alleine fahren dürfen. Ein ganz und gar ungefährliches, saulangweiliges, weil saulangsames doofes kleines Karussell, das auf Schienen über eine winzige Wasserstraße gezogen wird. Winzig, weil das ganze Ding winzig war. Ich bin gar nicht winzig und musste jeden meiner 178 Zentimeter in diesen Mist-Pinguin fädeln. Und am Ende fand die Tochter das ganze auch noch – na? – langweilig. Ach! Das nächste Mal schaue ich mir genauer an, was ich verspreche…!

Heute hieß es dann wieder Alltag zu dritt, den wir zunächst einmal mit einem Trip nach Ginza angingen, einem belieben Einkaufsviertel in Tokio. Nachteil: wir mussten mit der U-Bahn fahren, also durfte ich diesmal die Trage-Buggy-Kombi alleine nutzen. Geht, gehört aber besonders bei 33 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit nicht unbedingt zu meinen Lieblingsbeschäftigungen. Dafür machten wir es uns am Nachmittag im schon letzte Woche besuchten Kuritsu Hinokicho Park gemütlich. Diesmal ohne Regen.

Wir sind bunt

Man macht sich ja als Eltern immer so seine Gedanken, wie es den Kindern mit einem solchen Schritt wohl geht und ob sie sich wohlfühlen und zufrieden sind. Fragt man die kleine Dame, wie sie Tokio nun so findet, bekommt man stets ein bestimmtes, aber wenig detailliertes „Gut!“ zu hören. Der Bube wirkt tief zufrieden, hält sich mit Aussagen aller Art jedoch nach wie vor zurück. Heute habe wir ein Familienportrait von der kleinen Dame gemalt bekommen: Wir alle sind schön bunt und lächeln breit. So verkehrt kann es hier insgesamt also nicht laufen, denken wir und lächeln tatsächlich breit.

Familienportrait

Die kleine Dame, der Bube, Benni und ich (v.li.n.re.)

 

Von Igeln und Möbeln

Tokio ist ja so einiges: groß, laut, bunt, vielseitig, voll,  ungewöhnlich. Am Mittwoch war es an der Zeit, mal etwas Ungewöhnliches auszuprobieren.

Nachdem ich vormittags leichtsinnig ohne Schirm in der noch ausklingenden Regenzeit aus dem Haus gegangen war und nach kurzer Zeit mit zwei kleinen Schlammschweinen ähnelnden Kindern wieder vom Spielplatz zurückkam, machten wir uns nachmittags zu einer Überraschung für die Kinder auf. Nach kurzem Fußweg standen wir vor dem Hedgehog Café HARRY – einem Igel-Café. Tokio hat gleich eine ganze Reihe solcher Pet-Cafés zu bieten, in denen man je nach Art zum Beispiel Hunden, Katzen, Eulen oder eben Igeln Gesellschaft leisten, sie streicheln oder füttern kann.

Mit einem Snack für die kleinen Stachelbälle bewaffnet, betraten wir den gemütlichen Raum mit mehreren Igel-Wohnungen und durften um eine davon Platz nehmen. Bube und Dame waren außerordentlich zufrieden mit der Wahl unseres Ausflugziels und ließen sich brav die Hände desinfizieren und Handschuhe verpassen. Ganz vorsichtig streichelten wir unsere Tischbewohner. Der Snack aus getrockneten Würmern wurde entzückt entgegen genommen und so bestand der Besuch aus gegenseitigem Interesse. Nachdem die Igel ausreichend bestaunt waren, machten sich die Kinder auf zur zweiten Attraktion im Raum: Sabu. Sabu ist ein zahmes Erdmännchen, das durch das Igel-Café turnt und sich ebenfalls bereitwillig betrachten und streicheln lässt. Dazu sei gesagt, ich bin ein SEHR großer Erdmännchen-Fan und hätte Sabu am liebsten vom Fleck weg adoptiert, aber erstens bin ich mir fast sicher, dass ein Erdmännchen wohl nicht wirklich gut in einem Menschenhaushalt ohne jegliche Buddelberechtigung und Gang um sich herum aufgehoben wäre und zweitens lassen wir das mit einem Haustier vielleicht besser, gibt ja schon genug zu tun. Aber schön war‘s mal so einen kleinen Erdmann persönlich kennen zu lernen.

Wir werden mobil

Nachdem ja nun endgültig feststeht, wo wir hinziehen werden und wir von allen Seiten immer wieder hören, dass das neue Heim ja schon etwas weiter draußen liegt, hatte ich gestern dann die Faxen dicke und bin das Mobilitätsproblem angegangen. Mit der richtigen Ausrüstung ausgestattet, weigere ich mich 3,5km als weit zu definieren. Mein Mamachari muss her. Die hier täglich immer lauftüchtiger werdende kleine Dame und der geschobene Bube machten sich mit mir auf nach Azabu-Jūban, einer lebhaften Einkaufs- und Wohngegend, um einen empfohlenen Fahrradladen zu finden. Taten wir. Und mit ihm auch unser Rad. Ein Sitz hinten (kleine Dame), einer vorne am Lenker (Bube) einer in der Mitte (moi), ein Korb vor dem Lenker plus ein Elektromotor bilden das Gesamtpaket, mit dem ich zukünftig Tokios Straßen und Gehwege unsicher zu machen gedenke. Links versteht sich. Nächstes Wochenende soll es da sein, wir freuen uns schon alle drei aufs Abholen.

IKEA auf Japanisch

Fehlte noch ein wichtiges To Do für diese Woche: Möbel und Zubehör für die Wohnung shoppen. Nachdem es zum einen sehr teuer geworden wäre unsere eigenen Möbel nach Japan zu schicken und sie zum anderen auch nicht in die kleineren Wohnungszuschnitte Tokios gepasst hätten, galt es also, uns neu einzurichten. Zwar gibt es hier auch den gewohnten und ans Herz gewachsenen schwedischen Möbelriesen, aber mit Nitori auch eine japanische Entsprechung, die die Dimensionen der angebotenen Produkte besser auf die hiesigen Wohnverhältnisse angepasst hat und noch etwas günstiger ist. Abgesehen davon: wir sind in Japan, warum also nicht japanisch einkaufen? Das ging allerdings nur mit japanischer Unterstützung in Form unserer unersetzlichen Relocation Agentin Kaede. Geduldig begleitete sie uns stundenlang durch sieben Etagen Einrichtungswahnsinn und half uns, nahezu alles auszusuchen, was so ein Haushalt eben braucht. Mir summt immer noch der Kopf von so vielen Überlegungen und Entscheidungen, aber wir haben es geschafft und wurden mit dem längsten Rechnungsbeleg belohnt, den ich jemals aus einem Quittungsdrucker kommen gesehen habe. In Ermangelung eines Maßbandes stelle man sich sechs Teelöffel aneinandergereiht vor…

An drei verschiedene Lieferterminen wird unser Hab und Gut nun ab Einzug geliefert und wir alle freuen uns auf die neue Gemütlichkeit. Jeder auf etwas anderes besonders: die kleine Dame auf ihr heiß ersehntes Hochbett, Benni auf seinen urgemütlichen japanischen Sessel (japanisch meint hier, dass er keine Füße hat sondern die Sitzfläche direkt auf dem Boden aufliegt), ich auf die beige Cordcouch, die es uns spontan angetan hat und der Bube einfach auf alles, so lange er drauf rumklettern darf.

Jetzt freuen wir uns aber erstmal auf das Wochenende, an dem wir wieder in Ruhe dem Tokio-Tourismus frönen dürfen.

Läuft

Wir kommen voran. In nur zwei Tagen haben wir unsere Registrierung, unser Bankkonto, eine Unterschrift auf Japanisch, die Entscheidung für Wohnung und Kindergarten und einen neuen Mitbewohner aus Plüsch ergattert. Aber der Reihe nach.

Benni war gestern Vormittag schon fleißig in der Verwaltung Tokios unterwegs und hat uns alle erstmal auf die aktuelle Adresse registrieren lassen. Heißt, wir müssen das nach dem Umzug ins neue Zuhause dann auch gleich nochmal machen – auch nicht anders als daheim. Danach nicht minder fleißig ging es für ihn zur Bank – bewaffnet mit einer kleinen Wunderwaffe japanischer Bürokratie: dem Hanko. Die Japaner unterschreiben nämlich eher selten und sehr ungern mit Hand. Jede Version der handschriftlichen Unterschrift unterliegt ja nun, je nach Tagesform, mehr oder weniger starken Schwankungen. Zu inkonsistent für den japanischen Geschmack. Ich warte im Übrigen noch darauf, dass das in Deutschland ebenfalls zu bedenken gegeben wird. Jedenfalls gibt es hier dafür besagten Hanko. Ein kleiner Stempel im Taschenformat, der den Namen oder Namensbestandteile des Besitzers in japanischer Schriftform wiedergibt. Dieser Stempel ermöglicht es dann fortan, die damit geleistete Unterschrift immer wieder in exakt gleicher Form zu reproduzieren. Benni durfte schon einige kleine rote Stempel verteilen, mein Hanko ist hingegen noch blütenweiß und wartet noch auf seinen ersten Einsatz.

Hanko

Unterschreiben auf Japanisch

Die Effizienz und damit die Geschwindigkeit, in der hier die unterschiedlichsten Prozesse abgewickelt werden, ist absolut faszinierend. Meine japanische SIM-Karte, am Donnerstag beantragt, wurde mir am Samstag in die Wohnung zugestellt, so dass ich jetzt schon problemlos unterwegs online navigieren und für alle Termine hier gleich eine japanische Handynummer angeben kann. Unsere Ausweise wurden uns sofort nach Landung in Haneda am Immigration-Schalter ausgestellt, inklusive Passbild. Das gestern eröffnete Bankkonto wurde ohne Umschweife auch tatsächlich eröffnet, nicht erst auf den Weg gebracht. Auch dafür werden die Karten direkt ausgestellt (das Portemonnaie füllt sich weiter). Völlig neue Welt. Der ohnehin schon vorhandene Verdacht, dass in der deutschen Verwaltung noch Luft nach oben ist, erhärtet sich…

Oben

Heute haben wir noch einmal die schon letzte Woche ins Auge gefasste Wohnung auf Shibaura Island besichtig. Shibaura liegt am süd-östlichen Rand des Zentrums an der Tokyo Bay und ist mit seinen ca. 3,5km Abstand zur Mitte für Tokioter schon etwas weiter ab vom Schuss. Dafür hat die Wohngegend gleich mehrere damit verbundene Vorteile. Es ist ruhiger, als mittendrin. Dazu ist es ganz lehrreich, mitten in Roppongi zu wohnen und der Stadt vor allem nachts mal richtig zuzuhören. Der Ausblick – aus einem Hochhaus immer beeindruckend – ist hier noch atemberaubender, da man nicht von mindestens einer Seite auf die nächste Hochhauswand schaut, sondern sich diese Wahnsinnsstadt mit ein bisschen Abstand richtig anschauen kann. Und dann ist da noch das Wasser. Direkt an der Tokioter Bucht gelegen, sieht man auf die Kanäle der Bucht. Benni mit seiner Seemannsvergangenheit kann vermutlich auch ein bisschen den Hafen rufen hören. Dazu ist die Wohnung im 37. Stock des Shibaura Island Air Towers selbst die schönste, die wir in der Auswahl besichtigt haben. Mit dem Kindergartenbus, der für Bube und Dame die Distanz zum Kindergarten wieder erträglich macht, ist unsere Entscheidung für Wohnung und Kindergarten gleichermaßen gefallen. Jetzt heißt es nur noch warten auf Ende August, dann ist Einzug und Kindergartenstart.

Neben diesen für unsere Zeit hier nicht unerheblichen Errungenschaften und Entscheidungen, blieb mir mit Bube und Dame noch genug Zeit, unseren ersten japanischen Spielplatz zu erkunden. Aufgrund der noch zu optimierenden Mobilität, blieb erstmal nur der in Fußweite gelegene Robot Park. Schön farbenfroh, aber mit ein paar Rutschen und Schaukelrobotern für gewohnte  Verhältnisse eher karg ausgestattet, denke ich, da geht noch mehr. Bube und Dame jedoch waren entzückt sich endlich mal wieder nach Herzenslust an Spielgeräten austoben zu können.

Roboter

Robot-Park

Roppongi

Ein bisschen Bummeln haben wir auch noch unterbekommen, die kleinen Mitstreiter und ich. Gestritten haben wir dann auch. Also der Bube und ich, als er sich in einem Geschäft einen Plüschhund geschnappt hat und sich partout geweigert hat, ihn wieder rauszurücken. Ganz im Gegenteil, er hat bei jedem Versuch, das Objekt der Begierde zu entwenden, solche Szenen hingelegt, dass ich schon nach wenigen Minuten schweißgebadet und mit hochrotem Kopf im Laden stand und mich mit Blicken und verkrampftem Lächeln bei den Angestellten zu entschuldigen versucht habe. Was soll ich sagen, wir haben den Hund schließlich mitgenommen. Er heißt Roppongi. Wie der Ort seiner dreisten Entführung. Keine Glanzstunde meiner pädagogischen Fähigkeiten.