Glück herein!

Im vergangenen Jahr sind uns die japanischen Feiertage und die dazugehörigen Traditionen mehr oder weniger passiert. Man wusste immer, dass etwas im Busch ist, wenn neue Deko in den Geschäften auftauchte, es auf einmal interessante Snacks zu kaufen gab, die scheinbar einem bestimmten Thema folgten und wenn Bube und Dame dazu passende Bilder und Geschichten aus dem Kindergarten mitbrachten.

Setsubun-Kunst

In unserem zweiten Jahr in Japan, kennen wir uns schon in bisschen besser aus. So kam Setsubun heute auch nicht mehr als Überraschung daher. Dieses Mal war ich vorbereitet!

Mame maki

Setsubun markiert den letzten Tag vor dem Frühlingsanfang nach dem traditionellen japanischen Kalender. In Schulen und Kindergärten, zu Hause mit den Eltern oder (in pandemiefreien Zeiten) mit vielen Menschen in Tempeln wird zu diesem Anlass gemeinsam das Böse vertrieben.

Die mehr als 500 Jahre alte, beliebteste Methode, um genau das zu erreichen, ist so pragmatisch wie unterhaltsam: das Böse in Gestalt eines Oni (Dämon), in der Familie meist verkörpert vom Vater, wird beim Mame Maki (Bohnen-Werfen) mit gerösteten Mame (Sojabohnen) beworfen. Dabei wird laut gebrüllt:

鬼は外!福は内!

Oni wa soto! Fuku wa uchi!

Dämonen raus! Glück herein!

Bohnen und Maske

Anders als letztes Jahr wusste ich also, was zu tun war: Bohnen und eine Oni-Maske für Benni mussten her. Besonders schwer zu finden ist hier nichts, was mit themenspezifischer Feiertagsgestaltung zu tun hat. Überall starren einem auf einmal rote und manchmal auch blaue Dämonenfratzen an, meist direkt daneben finden sich liebevoll verpackte Bohnen als Munition.

Entsprechend gerüstet konnte unser kleiner Dämonen-Exorzismus steigen. Zuerst noch etwas verhalten, dann aber umso wilder und lautstarker wurde Benni mit Bohnen beworfen, bis keine mehr in den Schüsseln waren (dafür aber sonst überall in der Wohnung).

Der Familien-Oni
Auf den Oni mit Gebrüll und Bohnen!
Nachwuchs-Oni

Nur den letzten Teil unserer eigenen kleinen Setsubun-Variante wollte keiner so richtig durchziehen: eigentlich muss jeder so viele Bohnen essen, wie er Jahre alt ist. Bube und Dame aßen jeweils genau eine Bohne, um dann dankend abzuwinken, Benni und ich enthielten uns lieber gleich ganz der Teilnahme…

Verschmähte Knabberei

So, lieber Frühling, du kannst kommen, wir haben ordentlich ausgemistet und Platz für viel Glück geschaffen.

鬼は外!福は内!

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